
作曲 : Johann Strauss II
Trinke, Liebchen, trinke schnell,
Trinken macht die Augen hell.
Sind die schönen Äuglein klar,
Siehst du alles licht und wahr.
Siehst, wie heisse Lieb' ein Traum,
Der uns äffet sehr,
Siehst, wie ew'ge Treue Schaum -
So was gibt's nicht mehr!
Flieht auch manche Illusion,
Die dir einst dein Herz erfreut,
Gibt der Wein dir Tröstung schon
Durch Vergessenheit.
Glücklich ist, wer vergisst,
Was doch nicht zu ändern ist!
Glücklich ist, wer vergisst,
Was doch nicht zu ändern ist!
Sing, sing, sing, trink mit mir,
Sing mit mir - Lalalala!
Ach, was tut man hier?
Glücklich ist, wer vergisst,
Was doch nicht zu ändern ist!
Er geht nicht von hinnen,
Schläft hier wohl noch ein.
Was soll ich beginnen?
Stoss an!
Nein, nein!
Ach!
Trinke, Liebchen, trinke schnell,
Trinken macht die Augen hell.
Mach doch nur kein bös Gesicht,
Sei hübsch lustig, grolle nicht!
Brachst du einmal auch die Treu,
Das sei dir verziehn.
Schwöre wieder mir aufs neu,
Und ich glaub dir kühn!
Glücklich macht uns Illusion,
Ist auch kurz die ganze Freud.
Sei getrost, ich glaub dir schon
Und bin glücklich heut!
Ach!
Glücklich ist, wer vergisst,
Was doch nicht zu ändern ist!
Ich höre Stimmen;
man spricht unten
Weh mir!
Hören Sie, man kommt die Treppe herauf!
Das geniert mich nicht!
Himmel, welche Lage!
Erschrecken Sie nicht, gnädige Frau,
ich bin Gefängnisdirektor Frank und kann mir das Vergnügen nicht versagen,
Ihren renitenten Herrn Gemahl persönlich in sein Stilleben zu geleiten.
Aber mein Gemahl ist ja ...
Trinke, Liebchen, trinke schnell,
Trinken macht die Augen hell!
So schweigen Sie doch, wir sind nicht allein!
Das geniert mich nicht!
Kling, kling, sing, sing,
Trink mit mir, sing mit mir!
Mein Wagen wartet unten. Ich hoffe, Sie werden keinen Widerstand leisten ...
Nein! - Glücklich ist, wer vergisst,
Was doch nicht zu ändern ist!
Hahaha! Ganz recht! Ich sehe, Sie fassen die Sache von der humoristischen Seite auf.
Trink mit mir! Sing mit mir! Sing!
Meinetwegen, hahaha!
Glücklich ist, wer vergisst,
Was nicht mehr zu ändern ist!
Sie sehn, ich kann auch gemütlich sein,
Nun kommen Sie, mein Herr von Eisenstein!
Was soll ich tun? O welche Pein!
Ich bin nicht Herr von Eisenstein,
Bin nicht der, den Sie suchen!
Sie sind es nicht?
Zum Wetter, nein!
Nur Ruhe, nicht gleich fluchen!
Sie müssen jetzt mein Gatte sein!
Sollt ich hier hintergangen sein?
Mein Herr, was dächten Sie von mir,
Säss' ich mit einem Fremden hier?
Das wär' doch sonderbar!
Mit solchen Zweifeln treten ja
Sie wahrlich meiner Ehr zu nah,
Beleid'gen mich fürwahr!
Spricht denn diese Situation
Hier nicht klar und deutlich schon?
Mit mir so spät im Tête-à-tête
Ganz traulich und allein,
In dem Kostüm, so ganz intim,
Kann nur allein der Gatte sein.
Mit ihr (mir) so spät im Tête-à-tête
Ganz traulich und allein,
In dem Kostüm, so ganz intim,
Kann nur allein der Gatte sein.
Gleich einem Pascha fanden Sie
Ihn mir im Schlafrock vis-à-vis,
Die Mütze auf dem Haupt.
Dass man bei solchem Bilde noch
Ein wenig zweifeln könnte doch,
Das hätt' ich nie geglaubt.
Sehen Sie doch, wie er gähnt,
Wie er sich nach Ruhe sehnt!
Im Tête-à-tête mit mir so spät
Schlief er beinah schon ein.
So ennuyiert und so blasiert
Kann nur allein ein Ehmann sein!
Im Tête-à-tête mit ihr (mir) so spät
Schlief er beinah schon ein.
So ennuyiert und so blasiert
Kann nur allein der Ehmann sein!
Nein, nein, ich zweifle gar nicht mehr,
Doch da ich fort nun muss,
So geben Sie, ich bitte sehr,
Sich schnell den Abschiedskuss.
Den Abschiedskuss?
Den Abschiedskuss!
Den Abschiedskuss ...
Nun denn, wenn es sein muss ...
Da haben Sie den Kuss!
Soll ich schon brummen müssen
Für Ihren werten Herrn Gemahl,
Kann ich für ihn auch küssen -
Komm, Weibchen, küss mich noch einmal!
Mein Herr, ich bin etwas pressiert,
Da heut ich selbst noch invitiert,
Drum lassen Sie uns gehn,
Ja, lassen endlich Sie uns gehn!
Sie finden gewiss dort meinen Gemahl.
Wir brummen vielleicht in demselben Lokal.
Oh, schonen Sie mich!
Ganz sicherlich!
Folgen Sie nun schnell, der Wagen ist zur Stell',
Drum fort, drum fort nur schnell!
Mein schönes, grosses Vogelhaus,
Viel Vögel flattern ein und aus,
Bekommen Freiquartier.
Drum lad ich Sie ganz höflich ein,
Verehrtester, ich bitt,
Dort auch mein werter Gast zu sein,
Verehrtester, ich bitt,
Spazieren S' gefälligst mit!
Wenn es sein muss, so will ich gehn.
Doch schweigen Sie!
Es soll geschehn!
Nur fort, schnell fort!
Gleich will ich mich bequemen,
Doch erst noch Abschied nehmen!
Genug, mein Herr, es ist schon gut!
Ein Küsschen noch, dann hab ich Mut!
Nein, nein, genug; wir müssen scheiden!
Ein Küsschen gibt Trost mir im Leiden!
Mein Herr, genug der Zärtlichkeit,
Wir kommen nicht zu Ende heut,
Genug, es ist jetzt Zeit!
Sein (Mein) schönes, grosses Vogelhaus,
Es ist ganz nahe hier.
Viel Vögel flattern ein und aus,
Bekommen Freiquartier.
Er ladet Sie (Er ladet mich) ganz höflich ein,
(Drum lad ich Sie ganz höflich ein,)
Dort auch sein (mein) Gast zu sein!
Drum bitt ich, fügen Sie sich drein,
Nun wohlan, das Schicksal will,Dass heut allein ich soll soupieren./Ach, wie gern möcht ich mit Ihnen hier soupieren,/Kommen Sie, ich selbst will heute auch soupieren,
Ja, ich füge willig mich darein.Warum soll man noch vergeblich/Aber wie ich sehe, soll's nicht sein./Fügen Sie sich endlich doch darein.
Streiten hier und lamentieren?/Ach, das Schicksal will mich grausam schon von hinnen führen,/Lassen ohne Umständ' Sie sich arretieren,
Fort, nur fort, es muss, es muss ja sein!/Fort denn, fort, es muss ja sein!/Fort nur, fort, es muss ja sein!