歌词
作曲 : Ludwig van Beethoven
LEONORE halblaut. Wie kalt ist es in diesem unterirdischen Gewölbe!
ROCCO. Das ist natürlich, es ist ja so tief.
LEONORE sieht unruhig nach allen Seiten umher. Ich glaubte schon, wir würden den Eingang gar nicht finden.
ROCCO sich gegen Florestans Seite wendend. Da ist er.
LEONORE mit gebrochener Stimme, indem sie den Gefangenen zu erkennen sucht. Er scheint ganz ohne Bewegung.
ROCCO. Vielleicht ist er tot.
LEONORE schaudernd. Ihr meint es?
Florestan macht eine Bewegung.
ROCCO. Nein, nein, er schläft. – – Das müssen wir benutzen und gleich ans Werk gehen; wir haben keine Zeit zu verlieren.
LEONORE beiseite. Es ist unmöglich, seine Züge zu unterscheiden. – Gott steh‘ mir bei, wenn er es ist!
ROCCO setzt seine Laterne auf die Trümmer. Hier, unter diesen Trümmern ist die Zisterne, von der ich dir gesagt habe. – Wir brauchen nicht viel zu graben, um an die Öffnung zu kommen. Gib mir eine Haue, und du, stelle dich hierher.
Er steigt bis an den Gürtel in die Höhlung hinab, stellt den Krug und legt den Schlüsselbund neben sich. Leonore steht am Rande und reicht ihm die Haue.
Du zitterst, fürchtest du dich?
LEONORE mit erzwungener Festigkeit des Tones. O nein, es ist nur so kalt.
ROCCO rasch. So mache fort, im Arbeiten wird dir schon warm werden.
Rocco fängt gleich mit dem Vorspiel an zu arbeiten; währenddessen benutzt Leonore die Momente, wo sich Rocco bückt, um den Gefangenen zu betrachten. Das Duett wird durchaus halblaut gesungen.