
作曲 : Richard Strauss
Wenn das rechte
Blutopfer unter'm Beile fällt, dann träumst du
nicht länger.
Also wüsstest du, mit welchem
geweihten Tier --
Mit einem ungeweihten!
Das drin gebunden liegt?
Nein! es läuft frei.
Und was für Bräuche?
Wunderbare Bräuche,
und sehr genau zu üben.
Rede doch!
Kannst du mich nicht erraten?
Nein, darum frag' ich.
Den Namen sag des Opfertiers.
Ein Weib.
Von meinen Dienerinnen eine sag!
ein Kind? ein jungfäuliches Weib? ein Weib,
das schon erkannt vom Manne?
Ja! erkannt!
das ist's!
Und wie das Opfer? und welche Stunde,
und wo?
An jedem Ort, zu jeder Stunde
des Tags und der Nacht.
Die Bräuche sag!
Wie brächt' ich's dar? ich selber muss --
Nein. Diesmal
gehst du nicht auf die Jagd mit Netz und mit Beil.
Wer denn? wer brächt es dar?
Ein Mann.
Aegisth?
Ich sagte doch: ein Mann!
Wer? gib mir Antwort.
Vom Hause jemand? oder muss ein Fremder
herbei?
Ja, ja, ein Fremder. Aber freilich
ist er vom Haus.
Gib mir nicht Rätsel auf.
Elektra, hör mich an. Ich freue mich,
dass ich dich heut einmal nicht störrisch finde.
Lässt du den Bruder nicht nach Hause, Mutter?
Von ihm zu reden hab' ich dir verboten.
So hast du Furcht vor ihm?
Wer sagt das?
Mutter,
du zitterst ja!
Wer fürchtet sich
vor einem Schwachsinnigen.
Wie?
Es heisst,
er stammelt, liegt im Hofe bei den Hunden
und weiss nicht Mensch und Tier zu unterscheiden.
Das Kind war ganz gesund.
Es heisst, sie gaben
ihm schlechte Wohnung und Tiere
des Hofes zur Gesellschaft.
Ah!
mit gesenkten Augenlidern
Ich schickte,viel Gold und wieder Gold, sie sollten ihn
Du lügst!
Du schicktest Gold, damit sie ihn erwürgen.
Wer sagt dir das?
Ich seh's an deinen Augen.
Allein an deinem Zittern seh' ich auch,
dass er noch lebt. Dass du bei Tag und Nacht
an nichts denkst als an ihn. Dass dir das Herz
verdorrt vor Grauen, weil du weisst: er kommt.
Was kümmert mich, wer ausser Haus ist.
Ich lebe hier und bin die Herrin. Diener
hab ich genug, die Tore zu bewachen,
und wenn ich will, lass ich bei Tag und Nacht
vor meiner Kammer drei Bewaffnete
mit offenen Augen sitzen. Und aus dir
bring' ich so oder so das rechte Wort
schon an den Tag. Du hast dich schon verraten,
dass du das rechte Opfer weisst und auch
die Bräuche, die mir nützen. Sagst du's nicht
im Freien, wirst du's an der Kette sagen.
Sagst du nicht satt, so sagst du's hungernd. Träume
sind etwas, das man los wird. Wer dran leidet
und nicht das Mittel findet, sich zu heilen,
ist nur ein Narr. Ich finde mir heraus,
wer bluten muss, damit ich wieder schlafe.